#1 RE: Re: Sozialpädagogik = Soziale Arbeit? von UJ 11.08.2007 01:03

"Hallo
Auf vielen FH Pages sehe ich, dass Sozialpädagogik nicht mehr angeboten wird, sattdessen Soziale Arbeit, ein Fach das sich scheinbar aus SozPäd und Sozialarbeit zusammenschließt.
Meine Frage ist nun: In wie weit ist das "dasselbe"? "

Hi,
das ist eigentlich eine recht schwierige Frage. "Dasselbe" ist es aber genau genommen nicht. An den meisten FH's dürfte es so sein, daß man während des Studiengangs eine Vertiefungsrichtung wählt, meist geschieht dies über die Kombination verschiedener Module (zumindest bei den BA-Studiengängen). Dabei kannst Du dann entweder mehr in Richtung (Sozial)Pädagogik oder in Richtung (originäre) Sozialarbeit gehen. Um das genauer zu verstehen müßtest Du die immer wieder propagierten Unterschiede zwischen SA und SP kennen, und ich bin ehrlich gesagt jetzt zu faul, das ganz genau zu erklären, da hilft Google weiter. Nur soviel: Bei SP wird sehr viel mehr Wert auf Didaktik und Methodik gelegt, bei der SA geht es im allgemeinen mehr um Recht und Verwaltung. Allerdings sind die geschichtlichen Hintergründe nicht die gleichen (was ja immer später auch mit dem beruflichen Selbstverständnis zu tun hat) und auch methodisch gibt es einige Unterschiede. Die Arbeitsfelder gleichen sich aber häufig, und da ja nun die Umsetzung des Bologna-Prozesses hin zum BA nicht mehr aufzuhalten ist wird sich das in Zukunft wahrscheinlich noch mehr verwischen. Ich selbst bin Dipl.-SA u n d Dipl.-SP, so daß ich da schon noch ganz gern zwischen beiden unterscheide, allerdings hat die "Zusammenlegung" beider Studiengänge (mal von dem Abschluß BA abgesehen, der eine eindeutige Abwertung darstellt) auch Professionsgründe, die nicht von der Hand zu weisen sind. Wie schon gesagt wurde, gibt es noch Diplom-Studiengänge, bei denen nach erfolgreichem Abschluß die Berufsbezeichnung (es handelt sich dabei um einen akademischen Grad, nicht um einen Titel!) Diplom-Sozialarbeiter / Diplom-Sozialpädagoge (FH) lautet. Das bezeichnet man manchmal auch ironisch als "geschenktes Doppeldiplom". Unterscheiden kann man echte Inhaber zweier Diplome der beiden Richtungen durch das Komma, also so,
Dipl.-Sozialarbeiter (FH), Dipl.-Sozialpädagoge (FH) (oder auch umgekehrt),
aber das nur am Rande.
Falls Du Dich für einen BA-Studiengang entscheidest (und viele Alternativen gibt es da nicht mehr), dann solltest Du darauf achten, welche Module es gibt und wie diese sich kombinieren lassen, vor allem in zeitlicher Hinsicht - es kann nämlich vorkommen, daß sich Seminare, die Du belegen muß, da überschneiden, das muß genau geplant werden. Denn mal eben fehlen oder sich in ein interessanteres Seminar setzen geht beim BA nicht mehr so einfach, da das ziemlich stark verschult wird. Meiner Ansicht nach geht da viel vom Sinn eines Studiums verloren, aber das ist ein anderes Thema ...
Zum Abschluß noch: Falls es an der von Dir gewählten FH eine Art Mentor-System gibt, solltest Du da unbedingt mitmachen, denn am Anfang ist das alles für die meisten sehr verwirrend, insbesondere seit der Modularisierung.

"Kann man mit Sozialer Arbeit auch später eine Psychotherapieausildung dranhängen oder geht das nur bei SozPäd.?"

Ja. Die Frage ist nur, wie sinnvoll das ist, aber das wirst Du selbst noch bemerken :-)

Bye, UJ

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